• Dr. Gosch Praxis TCM
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Behandlungstechniken in der Osteopathie

Fast alle Therapiemethoden der Osteopathischen Medizin sind nicht oder nur gering schmerzhaft und eher als sanft einzustufen. Untersuchung und Behandlung werden praktisch ausschließlich mit den Händen durchgeführt. Sie zielen auf eine schrittweise eintretende aber auch lang anhaltende Regulation hin zum "Gesunden". Da aber wie bei vielen naturheilkundlichen Regulationstherapien die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden, kann es gelegentlich auch zu einer kurzfristigen Verstärkung der Symptome im Sinne einer Erstverschlechterung kommen. Im Folgenden werden beispielhaft einige wichtige Methoden erläutert.

 

Muskel-Energie-Technik (MET):

Bei dieser Technik werden Funktionsstörungen an den Gelenken und Muskeln der Wirbelsäule, aber auch an anderen Gelenken behoben. Durch gezielten Muskelzug und geführte Bewegungen ergänzt durch den Einsatz der sog. postisometrischen Relaxation werden die Gelenke wieder zur Normalfunktion gebracht und die Muskelspannung optimiert.

 

Myofascial Release (MFR):

Alle Muskeln sind umhüllt von bindegewebigen Strukturen, den Faszien. Die Faszien selbst sind am ganzen Körper miteinander in Verbindung. Durch weichen Druck und Zug werden Reize an diese Faszien gegeben. Dadurch werden Reaktionen zur Normalisierung der Gewebespannung in Gang gesetzt. Letztlich wird dadurch die Durchblutung der Gewebe und vor allem ihre Beweglichkeit gegeneinander verbessert.

 

Counterstrain-Technik:

Bei der Counterstrain-Technik geht es meist um die Behandlung schmerzhaft verkürzter Muskeln. Hierfür werden bestimmte druckschmerzhafte Muskel- und Sehnenpunkte behandelt. Es gibt ca. 200 derartige "Tenderpoints". Mit einer speziellen Lagerungstechnik wird der Tenderpoint vollständig entspannt und anhaltend aufgelöst und dadurch auch der betroffene Muskel normalisiert.

 

Funktionelle Techniken:

Die funktionellen Techniken sind indirekte Methoden, die über Reflexe am Rückenmark und am zentralen Nervensystem wirken. Das Segment mit einer Fehlfunktion wird im dreidimensionalen Raum und in Abhängigkeit von der Atmung in die Richtung geführt, die am leichtesten möglich ist.

 

Viszerale Techniken:

Bei der viszeralen Osteopathie werden Spannungsänderungen an inneren Organen sowohl in ihrer Eigendynamik als auch im Organverbund ertastet und behandelt. Innere Organe sind durch Faszien und Bänder befestigt, aber auch in geringem Umfang beweglich. Bei Verspannungen dieser Faszien wird die Beweglichkeit der Organe beeinträchtigt. Dadurch können Funktionsstörungen der Organe selbst entstehen und über Reflexe und Faszien auch Störungen am Skelettsystem bewirken. Bei der viszeralen Therapie werden die Verspannungen der Bänder und Kapseln, die die Organe umgeben, gelöst. Dadurch wird die physiologische Funktion der inneren Organe unterstützt.

 

Craniosakrale Therapie:

Die Schädelknochen sind zueinander gering beweglich und sie bewegen sich in einem bestimmten Rhythmus. Dieser craniosakrale Rhythmus (ca. 8-12-mal pro Minute) entsteht u. a. durch die Bewegungen des Gehirnwassers (Liquor) und reicht vom Hohlraumsystem des Kopfes (Cranium) über den ganzen Rückenmarkskanal hinunter bis zum Kreuzbein (Os Sacrum). Bei der craniosakralen Technik wird die Beweglichkeit der verschiedenen Schädelknochen untereinander und die Kreuzbeinbeweglichkeit untersucht und beurteilt. Bei einer Fehlfunktion können die gelenkartigen Verbindungen des Schädelknochen und des Kreuzbeines normalisiert werden. Mit der craniosakralen Therapie werden auch pathologische Spannungen der Schädelmembranen (Hirnhäute) gelöst und der Blutkreislauf im Schädel verbessert.

 

HVLA-Technik:

Hierbei handelt es sich um Manipulation einzelner Wirbelsegmente oder Gelenke mit einem kleinen, schnellen Impuls, um bestehende Blockaden zu lösen.